
2025
Nova Gorica & Gorizia


Nova Gorica & Gorizia
Kurzprofil & Fakten
Nova Gorica und Gorizia trugen 2025 gemeinsam den ECoC-Titel — als erste grenzueberschreitende Kulturhauptstadt der Geschichte.
Thema: GO! Borderless
Status: past
- • Titeljahr: 2025
- • Doppelstadtprojekt Slowenien / Italien
- • Schwerpunkt auf grenzueberschreitender Zusammenarbeit
Bildhinweis
Fotoquelle: Foto: Eleassar, Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0). Lizenz-/Attributionsstatus siehe BILDQUELLEN.md.
Bericht
GO! 2025 war ein historisches Novum: Zum ersten Mal trugen zwei Staedte aus zwei verschiedenen Laendern gemeinsam den Titel Europaeische Kulturhauptstadt. Nova Gorica (Slowenien) und Gorizia (Italien) — getrennt durch eine Grenze, die im Kalten Krieg so hart war wie die Berliner Mauer — wurden zum Symbol fuer europaeische Versoenung.
Die Geschichte dieser Grenze ist dramatisch. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Gorizia geteilt: Der historische Kern blieb bei Italien, waehrend auf der jugoslawischen Seite die neue Stadt Nova Gorica aus dem Boden gestampft wurde. Jahrzehntelang trennten Stacheldraht und Kontrollen die Nachbarn. Erst der EU-Beitritt Sloweniens 2004 und der Schengen-Beitritt 2007 liessen die Grenze fallen.
Das Kulturprogramm „GO! Borderless" machte diese Geschichte zum kuenstlerischen Material. Installationen im ehemaligen Grenzstreifen, gemeinsame Festivals auf beiden Seiten, zweisprachige Theaterproduktionen und ein grenzueberschreitendes Museumsprojekt zeigten, was moeglich wird, wenn Trennung ueberwunden ist.
Ein Hoehepunkt war die symbolische und reale Neugestaltung des Europaplatzes — jenes Ortes, an dem einst der Grenzzaun stand. Er wurde zum zentralen Veranstaltungsort und zum physischen Ausdruck dessen, wofuer GO! 2025 stand: dass europaeische Integration kein abstraktes Konzept ist, sondern gelebte Realitaet in den Strassen und Koepfen der Menschen.
Das Programm legte besonderen Wert auf die junge Generation. Schulprojekte, Jugendaustausche und studentische Kulturinitiativen schufen Verbindungen, die ueber das Kulturjahr hinauswirken. Fuer viele junge Menschen war es das erste Mal, dass sie die „andere Seite" nicht als Ausland, sondern als Teil ihrer eigenen Stadt erlebten.
GO! 2025 setzte einen neuen Massstab dafuer, was Europaeische Kulturhauptstaedte leisten koennen: nicht nur Kultur foerdern, sondern europaeische Teilung ueberwinden. Fuer das ECoC-Programm insgesamt war es ein kraftvolles Statement ueber den Kern der europaeischen Idee.